Kooperative für Text und Regie

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Die Stunde, als wir nichts voneinander wissen wollten

(Kriegserklärungen)

von Philippe Heule

Philippe Heule beschreibt in seinem Text in atemlosen Bildern die Tyrannei der Gleichzeitigkeit. "The medium is the message." Die These von Jean Baudrillard ist längst Realität. Die Digitalisierung wirkt auf unsere Sinne und massiert unser gesamtes Sensorium. Krieg und Konsum werden als die zwei Seiten eines weltumspannenden Kapitalismus, der uns ohne Exit-Strategie fest im Griff hat, bespielt: Teilnehmer*innen eines Gipfeltreffens ersaufen nach der politischen Performance die eigene Ohnmacht am Tresen, politische Machthabe bemisst sich in Länge und Festigkeit des Händedrucks vor laufenden Kameras, Kriegsschauplätze gerinnen zu ununterscheidbaren Stereotypen. Einzig ein in einer Röhre gefangenes Kätzchen kann die Weltgesellschaft einen und wird daraufhin zur neuen Imageikone eines transnationalen Mischkonzerns.
Der Terror lauert hinter jedem Sofarücken und jeder Häuserflucht. 
"Wir haben die Werkzeuge geformt, jetzt formen sie uns": Hauptsache Live.

Besetzung variabel, frei zur UA