Kooperative für Text und Regie

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wir weinen überhaupt nicht mehr
unsere Augen sind geweitet und gerötet
aber sie tränen schon lange nicht mehr

Eine Nacht und einen Tag vor der Geburt: Einsame Menschen versammeln sich im Hause Krause. Helene ist aus der Stadt angereist, um ihrer hochschwangeren Schwester Martha beizustehen, deren Mann Thomas nun gemeinsam mit Vater Egon Krause den mittelständischen Betrieb für Stahlmaschinen führt. Egons junge zweite Ehefrau hält den Laden zusammen und versucht vergeblich, seinen Alkoholkonsum zu kontrollieren und den Stieftöchtern alles rechtzumachen. Wie alle Figuren leidet sie an der unterdrückten Verzweiflung, völlig unverstanden und ungeliebt zu sein.

Ein unerwarteter Gast, Alfred Loth, ein Studienfreund von Thomas, unterbricht den eingespielten Familienzwist. Geheimnisvoll bleibt der Grund seines Besuchs. Verfolgt er ein journalistisches Interesse? Will er Thomas, der nicht nur konservativ, sondern rechtspopulistisch eingestellt ist, an die alten linksintellektuellen Ideale erinnern? Zwischen Loth, den umtreibt, »wie die Menschen auseinanderdriften«, und der alleinstehenden und verarmten Helene beginnt eine liebevolle Annäherung.

© Theater Lübeck