Kooperative für Text und Regie

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Ka Linder spricht über DIE GASFREMDEN von Ivna Žic am Theater St.Gallen. Zum Beitrag geht es hier.

NÄCHSTE VORSTELLUNGEN: 16.09 / 19.09 / 22.09 / 24.09.2020 in der Lokremise.

 

Vor langer Zeit sind sie eingewandert und hier alt geworden: Menschen, die vor Jahrzehnten in die Schweiz migrierten und deren Kinder hier gross geworden sind. Doch was bedeutet eine Auswanderung, dieser Schnitt in der Biografie, dieser veränderte Weg und Ort, für eine längere Lebensspanne? Welche Fragen stellen sich nach 20 oder 30 Jahren in einem anderen Land? Welche Geschichten, welche Tabus, welche Verletzungen kostet das Leistungsspiel Integration?
Die Gastfremden ist ein Stück über Migration und damit auch Teil der persönlichen Geschichte der Autorin, die 1986 in Zagreb geboren wurde und im Kindesalter mit ihren Eltern nach Zürich kam. Feinfühlig erzählt Ivna Žic Geschichten eingewanderter Familien in erster und zweiter Generation, ihrer Erfahrungen, Erlebnisse und Perspektiven. Es sind Geschichten von Eltern und Kindern, die, fern ihrer Heimat und ihrer Familien, einen Platz in der Gesellschaft suchen. Es sind Geschichten von Ablösung, Integration und anhaltender Fremdheit. Ohne auf individuelle Schicksale und Gründe der Migration einzugehen, beschreibt Žic anhand des alltäglichen Lebens die unterschiedlichen Positionen zu Heimat und Herkunft innerhalb einer Familie. Die Gastfremden führt die Reihe von Stücken mit aktuellen politischen Schweizer Themen, erarbeitet von Schweizer Autorinnen und Autoren, des Theaters St.Gallen fort. Es handelt sich nach Das Schweigen der Schweiz, Lugano Paradiso und Verminte Seelen bereits um das vierte entsprechende Auftragswerk unter der Leitung von Jonas Knecht.

(Quelle: Theater St.Gallen)