Kooperative für Text und Regie

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„Es sind die Frauen, die als Bindeglied der Szene zur bürgerlichen Welt und Kommunalpolitik fungieren“, so eine von vielen weiblichen Stimmen aus der Rechten Szene, jedoch eine hörbare Aussteigerin, die Zeugnis ablegt von ihrer schrittweisen Radikalisierung. Doch es gibt auch andere, ungebrochene Stimmen. So die politische Kandidatin, die öffentlich die „nationale Wende“ fordert, die unscheinbare Siedlerin auf dem Bauernhof, die still im Hintergrund agiert, oder die populäre Bloggerin, die rechte Ideologien im Netz supportet und für eine junge Generation salonfähig macht. Wie verschieden sind die Strategien und Positionen in der Stimmenvielfalt wirklich? Oder gilt für Frauen weiterhin schlicht das alte Diktum von Volkserhalt und Kindererziehung? So unterschiedlich die Erscheinungsformen auch sein mögen: Frauen werden in der Bewertung der Neuen Rechten oft unterschätzt, vielmehr fliegen sie unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung. Doch Fakt ist: Es gibt sie und sie sind nicht wenige.

Die Inszenierung setzt sich mit der Vielfalt zwischen rechtskonservativer Tradition und emanzipatorischem Gedankengut auseinander, um diese Frauen in ihren gesellschaftlichen Positionen les- und erkennbar zu machen.

Bei der Auswahl ihrer Stoffe, die von Klassikerbefragungen über zeitgenössische Dramatik bis hin zu collagierten Themenrecherchen reicht, liegt der Hamburger Regisseurin Mirja Biel immer ein genauer, gesellschaftspolitischer Blick zugrunde. Ihre Arbeiten führten sie in den letzten Jahren u. a. ans Theater Lübeck, Schauspiel Leipzig, Theater Bonn und ans Volkstheater München.

mädchentreu wird im Rahmen des bundesweiten, dezentralen Theaterprojektes zum NSU-Komplex Kein Schlussstrich! gezeigt, das im Herbst 2021 in 14 Städten gleichzeitig stattfinden wird und u. a. die Verantwortung der Zivilgesellschaft und öffentlicher Institutionen zum Thema hat. 

(Quelle: Homepage des Staatstheater Kassel)