Kooperative für Text und Regie

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Unica Zürn, Ikone des Surrealismus, verwandelt sich in diesem Klangcomic zur Superheldin: der Schlangenfrau. Anagramme entstehen und vergehen, Worte werden zu Buchstaben, Buchstaben zu Rhythmus, Märchenhaftes zu einer Klangwelt zwischen Madrigal und Techno. In ihrer Femmage entwerfen die Künstler*innen eine fiktive Biografie.

"Ich träumte also in dieser vergangenen Nacht von einem schönen, gefährlichen Wesen, halb Mädchen, halb Schlange, das mordlustig war. Darum nahm man ihm alle wichtigen Organe, mit denen es Unheil stiften konnte. Man nahm ihm also die Augen, die Zunge, das Herz und dergleichen mehr, um es ganz unschädlich zu machen. Da sie so schön war, wollte man sie uns zur Augenweide erhalten, indem man sie so geschickt mumifizierte, daß sie wie lebend wirkte. Als dies geschehen war, zeigte sich (…) daß das Wesen ohne Zunge sprach, ohne Augen sah und ohne Herz lebte – ohne Blut von großer Kraft war und ohne Gehirn sichtbar Pläne schmiedete. Viel lebendiger, glühender, intelligenter war sie geworden, (…) erfüllt von einer Kraft und Wut, die unmenschlich waren."

(© Theater Rampe)