Kooperative für Text und Regie

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Regie: Romy Lehmann
Bühne & Kostüme: Hannah von Eiff
Dramaturgie: Christin Ihle
Theaterpädagogik: Michael Pietsch
Physical Theater & Körperarbeit: Saskia Rudat

Mit: Saskia Boden-Dilling, Zenzi Huber, Mia Wiederstein, Marie Wolff

Wie können wir einander verstehen? Eine große Aufgabe, ob am Bahnhof oder im Theater oder gar dazwischen. Verstehen, was gesagt wird. Verstehen, wo man hin will. Verstehen, wo es denn langgehen soll und wie das überhaupt geht mit der Bewegung und der Handlung. Genau da finden sie sich wieder, die vier Figuren und am Ende heißt vielleicht auch Bahnhof verstehen, etwas zu verstehen und das ist ziemlich viel.

Da ist HERR WUTTKE, ehemaliger Schauspieler in Berlin und im Fernsehen, jetzt angestellt bei der Deutschen Bahn und immer noch mit großer Liebe zu Wien. Als Experte für Bewegung aller Art, bewegt er sich nun nicht mehr nur auf Bühnen, sondern auch in bester Spielposition für vorzügliche Beförderung. Zug um Zug mit ICH SELBST, die nicht nur nach den Möglichkeiten fragt ein Bahnticket zum Sparpreis zu erwerben, sondern auch wie das geht mit dem Spielen. Der Wunsch nach Bewegung ist groß, doch die Hürden offensichtlich auch. Authentifizierung, Vergültigung, Beförderungskeit, was was was?

Und plötzlich ist es passiert. Doch was, das ist die Frage. Kommissarisch wird vorgegangen, vorangegangen, sich weiter bewegt und befragt. ANNA taucht auf, will eigentlich nach Andorra la Vella und kommt dann ebenso ganz woanders an. Plötzlich Agentin und Applausbeauftragte auf der Suche nach den Zusammenhangsoptionen.

Apropos. Versammlungszusammenhang, das ist dieses Theater ja auch. Ein großer Versammlungszusammenhang mit dem geliebten Publikum und dem geliebten Nebel. Und ein großes Fest. Plötzlich, politisch, performativ. Und immer wieder taucht QUEEN auf, Musik und Königin, die doch die anderen spielen, oder?! Und irgendwann ist gar nicht mehr wichtig, was passiert ist, sondern, dass etwas passieren kann.

Autorin Anah Filou hat es geschafft, mit diesem Stück ein Drama zu schreiben, dessen Figuren sich immer wieder zwischen Bewegung und Bewegungslosigkeit wiederfinden, die sich begegnen und über die wahrgenommene Realität verhandeln – mit einem großen JA zum Verstehenwollen und Verstandenwerden. Mit viel Witz, Charme und Wortspielkunst suchen die Vier nach ihren
Berechtigungen. Was sind Voraussetzungen des Handelns und Sprechens, im Leben und auf einer Bühne? Letztlich stranden sie im Bahnhof im Theater im Schwanhof – it’s a kind of magic – und: „Ich verstehe nur Bahnhof“, bekommt plötzlich eine ganz neue Bedeutung. (Quelle: Homepage Theater Marburg)