rua. Kooperative für Text und Regie
Kooperative für Text und Regie

Chantal-Fleur Sandjon

Chantal-Fleur Sandjon
© Radesh Moodley

Vita

http://www.cfsandjon.de/

Chantal-Fleur Sandjon ist eine afrodeutsche Autorin, Lektorin und Spoken-Word-Künstlerin. Ihr Interesse gilt besonders der vielschichtigen und poetischen Darstellung (queerer) Schwarzer Lebenswelten in Deutschland, dem Einschreiben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukünfte. Ihr Jugendroman in Versen "Die Sonne, so strahlend und Schwarz" (Thienemann, 2022) wurde 2023 u. a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, dem Kranichsteiner Jugendliteraturstipendium und dem Vielfalter-Preis ausgezeichnet.

Ihr jüngster Roman "City of Trees" (Thienemann, 2024) ist eine afrodiasporische und afrospirituelle Betrachtung von Veränderung – in den Welten um uns herum, aber auch in uns selbst. Sandjon beschäftigt sich dabei mit der Frage, wie wir im Anthropozän Visionen für die Zukunft entwickeln können, gerade auch aus marginalisierter Perspektive. "Ein kühner Versuch über sich auflösende Grenzen" – so Christine Knödler, Süddeutsche Zeitung.

Sandjon setzt sich für radikale Diversität in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur ein, veröffentlicht hierzu Artikel und begleitet Einrichtungen in der diskriminierungskritischen Entwicklung. Sie ist Mitbegründerin des Kinderliteraturprojekts DRIN des Goethe-Instituts Finnland und lehrt zu diversitätsgerechter(er) Kinder- und Jugendliteratur.

Ihr Theaterprojekt "Polifke gegen Piefkes" (ab 6 Jahren) wurde 2025 für das "Nah dran!"-Förderprogramm des KJTZ ausgewählt, das neue Stücke für das Kindertheater prämiert.

Texte

Khanyi ist verschwunden. Im Wald, am Stadtrand von Berlin, wurde sie das letzte Mal gesehen, seitdem zieht es die jüngere Schwester und Ich-Erzählerin Lindiwe, genannt Lin, immer wieder zu den Bäumen. […] Im Wald geht Lin immer mehr auf. Sie beginnt, sich zu verwandeln. […] Afrikanische Mythologie, Erinnerungen, die Apartheid in Südafrika, Träume, das Tagebuch der Schwester, Magie, die Sprache der Bäume, die Gegenwart in Berlin – Sandjon verwebt Gedichte zu einer kunstvollen Reise. "City of Trees" ist ein kühnes, poetisches Abbild dessen, wovon der Roman handelt: eine Sprache zu finden, um zu sich selbst zu kommen.
(Rezension zu City of trees, 21.08.2024, Christine Knödler, Süddeutsche Zeitung)

[E]ine eindrucksvolle Mischung aus Afrospiritismus, Urban Fantasy, Climate-Fiction, Coming of Age und queerer Poesie, die unter die Haut geht. […] Die berührende Sprache der Autorin ist sowohl melancholisch als auch hoffnungsvoll und wirkt noch sehr lange nach”
(Phantastik-Bestenliste, aus der Jurybegründung)

Seit ihrer ersten Begegnung ist Nova völlig fasziniert von Akoua. Ihre Gedanken kreisen nur noch um dieses Mädchen, das mit ihrem Strahlen Novas Welt zum Leuchten bringt. Es ist Liebe auf den ersten Blick und der Beginn einer aufregenden Zeit voller erster Male. Ein Neuanfang, der keinen Platz mehr für bittere Erinnerungen lässt. Denn Nova ist glücklich und denkt kaum noch an das, was ihre Mutter, ihr kleiner Halbbruder und sie erlebt haben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare und der Schmerz kehrt zurück …
(Homepage Thienemann)

Chantal-Fleur Sandjon erzählt in einer eindringlich verdichteten Verssprache von einer komplexen Identität. Das Heranwachsen als Schwarze, queere junge Frau in Deutschland wird in all seinen Facetten entwickelt. Beispielhaft gelingt der Autorin dabei die Verbindung eines individuellen Schicksals mit kultureller Erinnerung. 
(Deutscher Jugendpreis 2023 in der Kategorie Jugendbuch, aus der Jurybegründung)