Kooperative für Text und Regie

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Hausbruch. Ein Fragment

von Natascha Gangl
Regie: Ivna Žic

Hausbruch. Ein Fragment
© Nikola Milatovic

Wird ein Haus erst wertvoll durch die Möglichkeit des Einbruchs? Natascha Gangls Text zeichnet in einer Zoologie möglicher Einbrüche die Parallelen nach, die unser Denken leiten, wenn wir vom Eigenen, von Eigentum sprechen: Es bricht der Räuber in ein Haus, es bricht der Virus in den Körper, es brechen Körper in ein Land ein. Zwei Frauen verhandeln einen Raum und die Bruchstücke einer Invasion, Scherben werden zu Bausteinen: Sind wir Einbrecher*innen oder Gäste? Sind wir drinnen oder draußen? Vor oder nach dem Einbruch? Von zwei Frauen für zwei Frauen in einem Haus.

HAUSBRUCH. ist eine künstlerische Hausbesetzung von Theaterhäusern und Theaterräumen. Ausgehend von der
unendlichen Textfläche DIE GROSSE ZOOLOGISCHE PANDEMIE, konzipiert und entwickelt ein kontinuierlich zusammen arbeitendes Team von Künstler*innen theatrale Installationen und erforscht in immer neuen Aufführungen die Verhandlung von Räumen und Sprache, mit der diese Räume eingenommen, verschlossen und
eröffnet werden können.
 
Da wir diesen Raum alle nicht verlassen können, wird es Zeit für Bündnisse.

Eine Produktion des Theater am Lend in Kooperation mit Rotorhaus und Brankard Verein

UA: 09.06.2018, Theater am Lend 

Text und Dramaturgie: Natascha Gangl
Regie: Ivna Žic
Mit: Franziska Dick, Vivianne Mösli
Bühnenbild: Martina Mahlknecht
Kostüm und Masken: Sophie Reble
Musik und Tonistallation: Matija Schellander

 

 

Natascha Gangl hat mit „Hausbruch. Ein Fragment" akribisch düster wie ironisch die Etymologie des Einbrechens ausgeleuchtet. Ein Haus als Körper, Heimat und Theaterraum wird zum Topos für Verlust - geflutet vom "Abwasserkanal unserer Denkstätten". Franziska Dick und Vivianne Mösli als Schutz und Schmutz vereinende Ebenbilder setzen unter Regisseurin Ivna Zic die bildreichen Sprachverdichtungen in szenische und tönende Installationen bei Grillhendl am Biertisch um. Eine starke, kopflastige Seelenbeschau, die damit tröstet: "Nichts, was dir wertvoll ist, kann man dir rauben".

(11.07.2018, Kleine Zeitung Steiermark)