DAS BLAUE HAUS
Ein Sohn und eine Tochter kehren zum Geburtstag ihrer Mutter zurück in ihr Familienhaus. Vater steigt immer wieder in den Keller hinab, Mutter stopft die Bäuche ihrer Familie und wischt routiniert jede Ungereimtheit beiseite während Oma unbeteiligt und vergessen vor dem Television versinkt. Der überarbeitete Sohn ist zum ersten Mal seit vier Jahren wieder zu Besuch. Mit seiner lang ersehnten Rückkehr wird seine jahrelange Abwesenheit überdeutlich spürbar. Irritierende Geräusche dringen aus dem Keller, etwas Pelziges breitet sich aus, ein unaufhörliches ping ertönt und unterbricht die Inszenierung familiärer Normalität. In Ansätzen, Wiederholungen und Abbrüchen sprechend umkreist die Familie das Ungesagte. In diesem eigentümlichen, spukhaften Sprachrhythmus werden die Stillen laut und die Lücken sichtbar. Das Haus wird dabei selbst zum Resonanzraum für familiäre Nähe und Distanz, für das, was überdeckt wurde und dennoch zurückkehrt.
"Das Blaue Haus" erzählt von dem, was unausgesprochen bleibt und von Erinnerungen, die nicht verschwinden, sondern ihre Form verändern. Es ist ein Stück über das Sprechen und eine Familie am Rand des Sagbaren.