rua. Kooperative für Text und Regie
Kooperative für Text und Regie

ES IST SAMSTAG

Die Hauptfigur putzt. Immer wieder. Jeden Samstag. Was mit einem feuchten Wischtuch, grauem Eimer und Allzweckreiniger beginnt, entfaltet sich zu einer Reflexion über Zeit, Wiederholung und weibliche Arbeit. Denn der Staub, den das Ich immer wieder (mehr oder weniger) bekämpft, wird schnell zur Metapher für Erinnerung, Geschichte, Körper, wir zu einem Material, das verbindet, konserviert und zugleich verrinnt, wird zum Faktor von Klassen- und Geschlechterverhältnissen.

Zwischen Alltagsprosa, Essay und Sprachmusik verhandelt Natascha Gangl in ES IST SAMSTAG das große Ganze und das kleine Feine zugleich. Da geht es um Zeitschleifen, ums Putzen, um das Private und das Politische. Um die Frage, was sich auflöst und was bleibt. Und am Ende vielleicht auch um die Erkenntnis, dass wir alle – irgendwie – Staub. Die Sprache funktioniert hier wie Staub selbst: Sie häuft sich an, verdichtet sich, verweht – und hinterlässt Spuren. Durch rhythmische Wiederholungen, sprachliche Ablagerungen und fragmentierte Bilder entsteht eine Textur, die sich stetig auflöst und neuformiert. Eine poetische Staubtheorie, die das scheinbar Nebensächliche ins Zentrum rückt: das Sichtbarwerden des Unsichtbaren.