Kooperative für Text und Regie

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Laszlos Herz

Peter Neugschwentner



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Dann würde ich kleine Kolonien von Trompetentierchen kennenlernen, die nebeneinandersitzen, um einen besseren Wassersprudel zu machen. In der kleinen Welt der kleinen Lebewesen gäbe es keine schlechte Zivilisation, keinen Krieg, keine Ungerechtigkeit, keine dummen Schwätzer, die alles relativieren. Keine Kunst, die nichts aussagt.

Laszlo hat sein Herz verloren, ans Theater und plötzlich klafft da ein riesiges Loch mitten in seiner Brust. Eigens mit dem Skalpell überprüft, begeben sich seine Freundinnen Marta und Elli und seine Mutter auf die Suche: Scheinbar wurde Laszlos Herz in das Bühnenbild einer Jelinek-Inszenierung verbaut. Bevor dieses prompt in der Schnelllebigkeit der Gegenwartskünste wieder zerstört wird gilt der Plan, durch eine stürmische Aktion in die Inszenierung einzufallen, um dort das Herz wieder zurück zu erobern. Doch die Aktion beherbergt mehr Hindernisse als gedacht: Augen gehen verloren, Freundschaften zerbrechen und die Kunst fliegt weg. Während die Frauen auf ihrer Aktion skrupellos besitzergreifenden Krähen, einem verworfenen Regisseur und diversen Obstschnäpsen begegnen, verwest Laszlo im Haus seiner Mutter auf der Chaiselongue – spricht mit einem Ohrwurm, einem Weberknecht und einem Trompetentierchen. Zwischendrin kommt natürlich auch der zur Besessenheit neigende Regisseur zu Wort, dessen künstlerische Parameter zwischen Verwirrung und der endlosen Komplexität seiner eigenen Position verlaufen. Die Suche nach dem Herzen und die Begegnungen mit so allerhand besonderen Persönlichkeiten hinterlassen Fragen. Danach, was Theater mit Reichtum zu tun hat, nach den Grenzen von Solidarität, ob Kunst die Dinge richtig sehen kann und nach der Idee von Zuhause, um am Ende zu merken: es bleibt der Schmerz. Über das Muttersein, das Freundinsein, darüber die Augen ausgestochen zu bekommen, ewig nach der fallenden Nuss zu suchen und das Herz zu verlieren. Doch aus all dem Schmerz wächst auch die Erkenntnis, dass aus allem was weh tut, etwas Neues wachsen kann und manchmal da, wo eine große Trauer sichtbar wird auch eine große Liebe kommen könnte.

5 Spieler*innen, sowie diverse Insekten und ein Wimperntierchen, frei zur UA