Kooperative für Text und Regie

◀ zurück

Chris Michalski

Chris Michalski

Vita

Chris Michalski (* 1976 in Clifton Springs) schreibt vor allem dramatische Texte, ist auch als Dramaturg, Herausgeber und Übersetzer tätig. Aus der engen Zusammenarbeit mit dem Nachsteller Kollektiv ergeben sich seit 2011 Ausstellungen, Bücher und Performance-Szenarien zu den thematischen Schwerpunkten Gewalt und Postgewalt, Migration und Postmigration, Sehnsucht nach der Apokalypse und Kosmetikproduktwerbung. Mit dem Carminski_Hauser_Kollektiv entstehen seit 2016 Theaterinszenierungen, Performances und Hörstücke zu un-/möglichen Utopien unserer Zeit. Weitere Kollaborationen u.a. mit ceoK, LMN – Liminale Räume und Künstlerinnen wie Annja Krautgasser und Ina Kwon.
Für die Arbeit an seinem Textkomplex „LEXIKON“ erhielt er Arbeitsstipendien von der Österreichischen Bundesforste sowie der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Sein Theaterstück WHEN THERE`S NOTHING LEFT TO BURN YOU HAVE TO SET YOURSELF ON FIRE wurde als Gewinnertext der Autorentheatertage 2021 des Deutschen Theaters Berlin ausgewählt.
Er wohnt mit Familie (Hallo Ihr Lieben!) unweit der "Schlimmsten Straße Deutschlands" wo er momentan über den Truman-Show-Wahn sowie die Herstellung und Konsum von Crystal Meth in Mitteleuropa forscht. Seine Allerallerallerlieblingsband ist zur Zeit die Brassbanditen.

Texte

  • When There's Nothing Left To Burn You Have To Set Yourself On Fire

    SIE WOLLEN DEN TEXT LESEN?
    ZUR TEXTBESTELLUNG GEHT ES HIER.

    Petra verbringt ihre Zeit am liebsten im Paunsdorf Center. Da gibt es ein Cineplex, den Hot Dog King, Dunkin Donuts, Burger Love (da würde sie aber niemals essen) – und einen Springbrunnen. Doch der sieht irgendwie anders aus, seitdem Jan L. – Petras ehemaliger Schulfreund und Bundeswehrsoldat im Einsatz in Afghanistan – sich dort in Brand gesteckt hat. Petra versteht es nicht, checkt einfach nicht, warum er so sterben musste, warum er ein Zeichen sein wollte und warum überhaupt so oft Bäume zum Andenken gepflanzt werden. Mit der Videokamera ihres Handys ausgestattet besucht Petra Personen, die Jan L. gekannt haben und startet den Videoblog WHEN THERES NOTHING LEFT TO BURN YOU HAVE TO SET YOURSELF ON FIRE. Wie ist es möglich, Erfahrungen und Traumata – von Gewalt, Verlust und Begegnung – in einer immer schneller werdenden Welt zu kommunizieren und zu verarbeiten? Welche unsichtbaren Einflüsse hat Krieg in unserem Alltag, wie oft schauen wir weg? Petra will nach rechts und links schauen, will verstehen, recherchieren und Lösungen finden. Doch es bleibt die Frage, ob ihr forschender Blick ausreicht, um der (selbst)zerstörerischen Logik ihrer und Jan L.s Welt zu entkommen.

    UA: Juni 2021, Deutsches Theater Berlin, Regie: Tom Kühnel