Kooperative für Text und Regie

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Antje Schupp

Antje Schupp
© Andras Tobias

Vita

www.antjeschupp.de

Antje Schupp (1983) studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft und Cultural Studies in Wien sowie Regie für Theater und Oper an der Bayerischen Theaterakademie in München. Sie inszeniert Sprech- und Musiktheater und produziert seit 10 Jahren Stückentwicklungen und Performances in der freien Szene. Ihre Interessen liegen im politischen Theater und sie arbeitet häufig in Kollaboration mit anderen Künstler*innen. Seit 2012 arbeitet sie zudem als Performerin.

Antje Schupp inszenierte u. a. am Theater Basel, am Schauspielhaus Zürich und an der Kaserne Basel und wurde zu Festivals wie Theaterspektakel Zürich, Politik im Freien Theater, Berliner Theatertreffen und Heidelberger Stückemarkt eingeladen. Sie arbeitet regelmäßig mit Beatrice Fleischlin zusammen, z. B. bei "Islam für Christen — Ein Crashkurs (Level A1)", und kollaborierte mit Künstler*innen in Kosovo und Südafrika, zuletzt für "PINK MON€Y" (Annalyzer / Covic / de Rooij / Jina / Mdluli / Schupp), das u. a. zum Impulse Theater Festival und National Arts Festival Südafrika eingeladen war.

In der Spielzeit 2019/20 inszeniert sie u.a. die Oper „Der Konsul“ von Gian Carlo Menotti (Staatstheater Augsburg), entwickelt mit Künstler*innen aus Zürich und Beirut die internationale Koproduktion „Nouvelle Nahda“ (Theater am Neumarkt Zürich & Station Beirut), und wird mit „Loss & Luck“ in Zusammenarbeit mit der Tänzerin Sigal Zouk ihr zweites Solo zeigen (Kaserne Basel, Hellerau Europäisches Zentrum der Künste u.a.)

2017 schrieb sie "Ein Stück Geschichte", 2018 das Buch zum Projekt "Time of my Life". Aktuell schreibt sie an ihrem neuen Stück mit dem Arbeitstitel "Das Volk".

Texte

  • Ein Stück Geschichte


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    Hier ist sie ja schon, die Lösung! Das ist schon ziemlich unglaublich, wie schnell das heutzutage geht. Wissen Sie, ich habe lange gebraucht, um auf diese Quintessenz des Lebens zu stoßen, auf diese Philosophie, die ich für mich entdeckt habe:
    "Überschriften durch Unterschriften."

    Im Zentrum steht oder vielmehr sitzt der sogenannte mächtigste Mann der Welt an seinem Schreibtisch. Mit seiner Unterschrift besiegelt er in Dekreten, Erlassen, Gesetzen, Verträgen die Attraktivität des Schrecklichen, deren weitreichende Folgen ihm buchstäblich am A**** vorbeigehen. In seiner Welt sind Männer laut und potent, Frauen leise und dienstbereit, in seiner Welt gelten Länderlisten als legitimer Entscheidungsprozess über Personenschicksale, in seiner Welt gibt es keine Verbündeten, denn er steht immer an erster Stelle.
    In seiner und der Welt im Allgemeinen steht das Militärbudget himmelweit über den Mitteln für Menschen-, Arten-und Klimaschutz. Love trumps Hate Diskussionen verlaufen im Sande, die Bibel als Ratgeber ist überholt, Voltaire als Korrektiv hat ausgedient. Eine einsam schillernde Perle des gesunden Menschenverstands im Panoptikum des faktischen Irrsinns sind einzig die Ansichten eines Polizisten über den G20 Gipfel in Hamburg. Am Ende wird der Mann am Drücker dem Stück sei Dank von einem Käfer gefressen. Gras kann jetzt über das, was einstmals Zivilisation genannt wurde, wachsen. Im Hintergrund bewegt sich der letzte erschöpfte Mensch "langsam, ganz langsam aus dem Bild".

    EIN STÜCK GESCHICHTE ist eine Satire. Die Autorin verwandelt politisches Geschehen, das 2017 über die virtuellen Kanäle auf ihren Schreibtisch gespült wurde, in bitterkomische Szenen – bissig, pointiert, voll verzweifeltem Humor.

    Besetzung variabel, frei zur UA

Regie

  • Nouvelle Nahda
    Premiere 14.01.2021, Theater Neumarkt
  • Revue 2020 - Zurück ist die Zukunft
    Premiere: 25.06.2020, Münsterhof, Zürich
  • Der Konsul
    von Gian Carlo Menotti Premiere: 01.02.2020, Staatstheater Augsburg
  • Loss & Luck
    Antje Schupp & Sigal Zouk Premiere: 11.12.2019, Kaserne Basel