Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
Regie: LEYLA CLAIRE RABIH
Theater an der Parkaue, Berlin
Leyla-Claire Rabih studierte von 1990 bis 1996 Theaterwissenschaften und Romanistik in Dijon, Lyon und Paris. Von 1997 bis 2002 folgte ein Regiestudium an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Sie inszenierte u.a. an den Sophiensaelen Berlin, dem Theater Konstanz, dem Theater an der Parkaue und dem Théâtre Dijon Bourgogne. Von 2008 bis 2023 leitete sie die Compagnie Grenier Neuf in Dijon. Seit März 2024 ist sie Direktorin der L`ÉNSATT (L'École Nationale Supérieure des Arts et Techniques du Théâtre) in Lyon.
Ein künstlerischer Schwerpunkt der Arbeit mit ihrer Compagnie Grenier Neuf war die gescheiterte Revolution und der nachfolgende Krieg in Syrien. Es entstanden die Arbeiten LETTRES SYRIENNES / LETTRES D'EXIL, CHRONIQUES D'UNE RÉVOLUTION ORPHELINE und TRAVERSES.
Außerdem übersetzt Leyla-Claire Rabih Stücke aus dem Deutschen ins Französische und umgekehrt. Von 2011 bis 2024 gab sie gemeinsam mit dem Übersetzer Frank Weigand die Theateranthologie SCÈNE - neue französische Theaterstücke heraus.
Hörspiel: MEIN FREMDES LAND, Text: Leyla-Claire Rabih, Regie: Anouschka Trocker, RBB 2018, nominiert für den ARD-Hörspielpreis
Übersetzungen (Auswahl): LES SÉPARABLES von Fabrice Melquiot, mit Frank Weigand, ausgezeichnet mit dem Deutschen Kindertheaterpreis 2018 // FRÄULEIN AGNES von Rebekka Kricheldorf, mit Frank Weigand // LA VIE DE MARCHANDISE von William Pellier, mit Frank Weigand // VINETA von Fritz Kater , zusammen mit Pascal Paul-Harang, L’arche Editeur. 2006
Im Frühjahr 2011 finden in Syrien Demonstrationen gegen die Regierung statt und wecken nicht nur dort die große Hoffnung, dass sich das syrische Volk von der Diktatur befreit.
Leyla-Claire Rabih beschäftigt sich anhand dreier Stücke des Autors Mohammad Al Attar, der 2012 sein Land verlassen musste, mit Etappen der syrischen Revolution: Erste enthusiastische Protestversammlungen, Mut zum politischen Engagement und brutale Unterdrückungsmaßnahmen. Brüche, die die Gesellschaft, bis in die Familien hinein, spalten. Auf der Bühne verweben Künstler*innen unterschiedlicher Herkunft die Texte mit persönlichen Recherchen, lassen Erfahrungsberichte sowie Videobilder einfließen.
Die Chronik der Ereignisse wird dabei zu einer Reise durch verschiedene Erzählformen: vom Email-Verkehr zum Road Movie, vom Kammerspiel zum Dokumentartheater.