Kooperative für Text und Regie

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Nina Mattenklotz

Nina Mattenklotz
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Vita

Nina Mattenklotz wurde 1980 in Nordrhein-Westfalen, Gütersloh, geboren. Nach dem Bachelorstudium der Medienkultur, Neuere deutsche Literatur und Psychologie an der Universität Hamburg von 2000 bis 2004, studierte sie bis 2008 Regie an der Theaterakademie Hamburg, Hochschule für Musik und Theater. Seitdem inszenierte sie u.a. am Schauspielhaus Wien, Schauspiel Stuttgart, Nationaltheater Weimar, Kampnagel Hamburg, Theater Bremen und Luzerner Theater. Seit 2012 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit der freien Hamburger Gruppe Theater Triebwerk.

Nina Mattenklotzs Arbeit kreist um die Infragestellung sozialer Klassen, geschlechtsspezifischer Herrschaftsverhältnisse und deren Darstellung in Familie, Liebe und Arbeit. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, Charaktere, Figuren und Handlungen nicht zu bewerten, sondern zu verstehen. Theater zu machen heißt für sie im Team zu arbeiten vom Probenbeginn bis zur Premiere. (und vielleicht auch noch darüber hinaus)

Regie

  • Schäfchen im Trockenen
    nach dem Roman von Anke Stelling
    Premiere: 29.08.2020, Theater Bremen      
  • Glasmenagerie
    von Tenessee Williams
    Premiere: 01.03.2020, Theater Chemnitz

    In den ewig anmutenden Kreislauf aus Alltag, Verachtung, Weltucht und verzweifelter Liebe bricht etwas Neues hinein, in Form von TomsArbeitskollegen Jim (Konstantin Weber). Die Mutter hat nun die Hoffnung, für ihre Tochter doch noch eine gute Partie zu machen. Es folgt langsameAnnäherung, ein Tanz, ein Kuss und ein Malheur, dass dem Lieblingstier der Tochter, dem Einhorn aus Glas, das Horn nimmt und es zum Pferdmacht. Das "Spiel der Erinnerungen", wie das Stück auch betitelt wird, wird es doch von Tom als Rückblende erzählt, dauert knapp zwei Stunden.Keine Minute davon ist langweilig. Nicht nur aus künstlerischen Gründen ist das Stück zu empfehlen. Es liefert zudem einen wichtigen Beitrag zuaktuell laufenden Debatten um gesellschaftlichen Zusammenhalt, zeigt, dass eben der dringend benötigt wird. Es bringt die Debatte an die Basiszurück, in die kleinste Zelle der Gesellschaft - in die Familie. Und dort ist die Abhängigkeit am Größten, wenn es ihr an ökonomischem (Geld),sozialem (Freunde) und kulturellem (Bildung) Kapital mangelt. Menschen wie die Wingelds verlieren den Anschluss an die Welt. Das Thema ist zeitgemäß wie nie. Und Nina Mattenklotz' Inszenierung legt den Finger direkt in die Wunde.

    (
    Sarah Hoffman, 01.03.2020, Freie Presse)

    Nina Mattenkotz und Johanna Pfau (Bühne und Kostüme) brauchen keinen großen Aufwand, um ihre Botschaft zu illustrieren. Bei „Einsame Menschen“ war es der leere Swimmingpool, hier ist es die alltagstretmühlig ständig bewegte Drehbühne. Tom, mit einem roten Clownsball auf der Nase, führt in bester (epischtheatralischer) Brechtmanier in die zirzensische Fantasieerinnungswelt ein, in die er dann als Mitspieler hineinspringt. Ein paar aufgeklebte Flitter auf den Gesichtern oder ein selbstgemachter Goldwunschregen reichen, um falsche Träume platzen zu lassen. Ausbruchsversuche – der brave Brötchenverdiener Tom schmeißt sich zum ekstatischen Tanz in ein langes Abendkleid, die Ich-möchte-nicht-Prinzessin-sein Laura dagegen reißt sich ihr Kleidchen runter, nur um sich in ihrer Bodynatürlichkeit nackt zu fühlen – scheitern - fantastische Bilder ohne Worte in einer Miteinander nur vortäuschenden Welt.

    (01.03.2020 Die Theater Chemnitz, Der Förderverein)


  • Ronja Räubertochter
    von Astrid Lindgren
    Premiere: 10.11.2019, Niedersächsisches Staatstheater Hannover
  • Einsame Menschen
    von Gerhart Hauptmann
    Premiere: 26.01.2019, Theater Chemnitz

    Platsch! Wasser spritzt, als die Junge Frau mit einem Sprung in die Swimmingpoolbühne den Abend eröffnet. Mit ähnlichem Getöse platzt sogleich die restliche Badegesellschaft in die Inszenierung. Was als Familienschwank beginnt, lässt Nina Mattenklotz allmählich in einen See aus Melancholie zerfließen. Denn bald geistern die titelgebenden "Einsame Menschen" durch die blau geflieste Badelandschaft am Theater Chemnitz. Und ein als Gartenzwerg deplatzierter Akkordeonspieler gibt ihnen wehmütige Musikfetzen vor, die die Gefühlslage der Inszenierung beisammenhalten.
    (Tobias Prüwer, 26.01.2019, nachtkritik)

    Regisseurin Nina Mattenklotz verpflanzt Familie Vockerat in ein riesiges, zum Publikum hin offenes Schwimmbecken als den gefliesten Traum des Bürgertums. Die Akteure auf der Chemnitzer Bühne plantschen darin, sie tigern und sonnen sich auf den Rändern ihres selbstgewählten Gefängnisses (...) Ein harter Stoff, der heute, in einer Zeit der Möglichkeiten und schwindender Gesellschafts- und Familienbande mit dem gleichzeitigen Diktat der Selbstverwirklichung aktueller ist denn je. 
    (Sarah Hofmann, 27.01.2019, www.freiepresse.de)

    Regisseurin Nina Mattenklotz fängt die Stimmung auf und führt ihre Darsteller behutsam bis an den Rand der Selbstzerstörung. (...) Als die Lichter auf der Bühne ausgingen, musste das Publikum das Gesehene erst einmal kurz setzen lassen, doch dann feierte es die Darsteller und das Inszenierungsteam bei minutenlangem Schlussapplaus.
    (Viktoria Winkel, 27.01.2019, Tag24)

  • Der Zauberer der Smaragdenstadt
    von Alexander Wolkow
    Premiere: 21.11.2018, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
  • Kabale und Liebe
    ein bürgerliches Trauerspiel
    von Friedrich Schiller
    Premiere: 21.09.2018, Schlosstheater Celle

Extras

LILIOM von Ferenc Molnár
Theater Luzern
Premiere: 12.01.2018

 

ROMEO UND JULIA von William Shakespeare
Theater Luzern
Premiere: 26.01.2017