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Kooperative für Text und Regie
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Sarah Kilter

Sarah Kilter

Vita

Sarah Kilter wurde 1994 in Berlin geboren. Von 2016 bis 2020 studierte sie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin und holte parallel ihr Abitur an der Abendschule nach. Seit ihrem Abschluss an der UdK Anfang 2020 arbeitet sie als freiberufliche Autorin für Theater und Hörspiel sowie als Drehbuchautorin für Film und Fernsehen. Ihr Theaterstück WHITE PASSING ist eines von drei Gewinnerstücken der Berliner Autor:innentheatertage 2021 und wurde in der Regie von Thirza Bruncken am Deutschen Theater Berlin uraufgeführt. Zudem wurde sie 2022 mit WHITE PASSING für den 47. Mülheimer Dramatikpreis nominiert. In der Kritiker:innen-Umfrage der Zeitschrift „Theater heute" wurde Sarah Kilter zur Nachwuchsdramatikerin 2022 gewählt. Seit November 2022 ist die Serie LAMIA in der ARD-Mediathek zu sehen, dessen gesamte erste Staffel ausgehend von Sarah Kilters Idee entwickelt und von Sarah Kilter selbst geschrieben wurde. 

Texte

  • Elfenbein
  • Daddy
  • Mädchenliegestütze
  • Von Wunden und Wundern

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    Wenn wir ein Haus haben, dann will ich jeden zweiten Tag in meine Crocs schlüpfen und mit der vergilbten Tupperschale, die schon meine Oma benutzt hat, durch unseren Garten laufen und alles darin auf dem Kompost entleeren.

    SIE und ER leben gemeinsam in ihrer 50qm Wohnung mit Klicklaminat, ohne Balkon, in einer beliebigen Großstadt. Sie hat einen ständigen Begleiter: Die Angst. Sie fürchtet sich vor sämtlichen Dingen, die außerhalb der Wohnung auf sie warten: Lärm, den Straßenverkehr und jeglichen zwischenmenschlichen Interaktionen. 

    Er träumt vom gemeinsamen Kind, sein zweites, für das er dann aber diesmal wirklich Verantwortung übernehmen will. Die einzige Verbindung zur Außenwelt: das Warten auf den Telekomtechniker, der Amazon-Locker vor der Haustür und die monatlichen Termine bei Max, ihrem Osteopathen. Und so versucht das Paar der sicheren Einöde ihrer vier Wände mit Hilfe eines Rollenspiels zu entfliehen und dabei wird schnell klar, dass die Grenze zwischen Realität und Fiktion immer weiter in sich zusammenfällt. Denn ein anfänglich harmloser Tätowierversuch im eigenen Wohnzimmer führt schließlich zu einer handfesten Auseinandersetzung über die Frage nach Privilegien, Klasse und die scheinbare Unvereinbarkeit von den so unterschiedlichen Biografien der beiden.  

    Und als dann eigentlich alles in Trümmern zu liegen scheint, taucht aus dem Nichts Frau Hunzen auf und durchbricht die tabulose Zweisamkeit mit ihrem, zugegeben sehr robusten, Wesen. Dabei wächst aus dem zuvor aussichtlosen Konflikt des Paares plötzlich ein Hoffnungsschimmer, der vielleicht ja doch der romantischen Zweierbeziehung ihre Daseinsberechtigung gibt. Doch der Versuch die Beziehung von SIE und ER als etwas Besonderes zu legitimieren, scheitert und es wird klarer denn je: Wunder und Wunden, das sind keine magischen Begebenheiten, sondern unabdingbare Merkwürdigkeiten des Lebens.


    3 Spieler:innen

  • White Passing