Kooperative für Text und Regie

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Aus aktuellem Anlass: Delphine in Triest

Anah Filou

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Der Mensch wäre gerne ein unbeschriebenes Blatt und stellt sich die Welt üblicherweise als Landkarte vor. Denn die kann so schön eingeteilt, aufgeteilt, zerteilt werden und auf der können Europa und Levantes spazieren, als wäre nie etwas gewesen. Das Genre der Zombieapokalypse wird so logischerweise systemrelevant und der Schneehase weiß sowieso von nix. Sie auch nicht? Aber das ist doch ganz einfach: das kleine ABC der Markwirtschaft! Eroberung, Unterjochung, Raubmord, kurz Gewalt.

Und dann wird aus der Epidemie eine Pandemie, wird die Infektion historisch, Konsum bedeutend und die Kluft unangemessener Verteilung fast unaushaltbar. Und was mach die Kunst? Sie versucht den Moment festzuhalten, denn Kunst in den Zeiten der Seuche ist, dass das Ende ab jetzt vorstellbar bleibt.

Was immer schon da ist: Eine blütenweiße Blutspur. Denn das T-Shirt besteht nun mal aus tawainesischen Stoffballen beziehungsweise dem Garn aus der Türkei oder vorher der Baumwolle Virginias. Klar, Europa trägt immer noch flauschigen Pelz, während Levante im Pyjama bleibt, aber der Schneehase weiß jetzt doch was: Weißheit ist Weisheit und alles was nicht weiß ist, tritt erst auf, wenn die weise Weißheit es will. Vor dem (Fernseh)-Schirm, sind wir alle gleich. Vor dem Rettungsschirm allerdings nicht. Quarantäne ist nicht gleich Quarantäne und vielleicht ist die Landkarte doch ganz schön löcherig? Ach ja, haben Sie es untenrum bequem?


Besetzung variabel, frei zur UA