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White Passing

Sarah Kilter

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Eine junge Frau mit Kunstambitionen, der ihr Migrationshintergrund weder anzusehen noch an ihrem Namen abzulesen ist, sitzt tagein tagaus im Einsteincafé in Charlottenburg. Als sie am Tag ihres Geburtstags nachhause kommt, parken vor der Tür SUV und Rennrad ihrer Freunde Max, Jule und Thomas. Kurzerhand nimmt die junge Frau Reißaus: Richtung Wedding, in die Badstraße. Dahin zurück, wo sie zweitweise bei ihrem algerischen Vater aufgewachsen ist, dahin wo sie in ihren Cousin mit den vom Sprayen bunten Fingernägeln verknallt und Bushido ihr alleiniger Held war. Mittlerweile hat sie Bushido durch Böhmermann ersetzt, hortet Tonnen von Hafermilch in ihrer smarten Wohnung mit den Designermöbeln und Max, Jule und Thomas scheinen geradewegs dem biodeutschen Akademikerbilderbuch entsprungen.
Im Theater. Das Stück einer jungen Autorin namens Sarah Kilter wird aufgeführt. Ähnlichkeiten mit der Hauptfigur sind nicht zufällig, sondern reine Absicht. Zwei typische Repräsentant:innen der Theaterblase, die ehemalige Gymnasiallehrerin der Autorin und ein weitgereister Arzt tappern munter in jede Zuschreibungsfalle, die sich vor ihnen auftut, während im Untergrund ein namenloser Chor der sogenannten deutschen Mehrheitsgesellschaft mit pointiertem Witz zu Leibe rückt:

-Woran erkennt man einen Deutschen, der nichts gegen Ausländer hat?
-Er wird es dir sagen.

UA: 04.09.2021, Deutsches Theater (ATT), Koproduktion mit dem Schauspiel Leipzig, Regie Thirza Bruncken
Mindestens 3 Spieler:innen