Wellness, off season
Eve und Rila wollen Urlaub machen. Endlich mal entspannen, am Pool liegen, Schwarzwälderkirschtorte frühstücken und die letzte Krise ihrer Beziehung verarbeiten. Doch plötzlich taucht Magda, Rilas Schwester, auf. Was sie will? Eigentlich nur mit Rila über ihre gemeinsame Mutter sprechen, sie dazu bewegen sich als Teil der Familie zu betrachten und fürsorglich einzubringen.
Doch nicht nur die drei Frauen bemühen sich möglichst wenig Konfliktherde ausbrechen zu lassen. Auch den Räumen des zugegeben seltsam verlassenen Hotels liegt daran, alle möglichst friedvoll und entspannt zu sehen. Pool, Frühstücksraum und Lobby wissen schließlich wie man jemanden umsorgt und verwöhnt. Sie kannten die Besitzerin des Hotels, genau wie das gesamte Hotelpersonal – die alle plötzlich verschwunden sind.
Der Wellness-Urlaub wird zu einem Balanceakt aus Vergangenem, Gegenwärtigem und der Frage wohin das alles eigentlich führen kann: Was heißt es als Frau Verantwortung zu übernehmen? Ist der Austausch über Bedürfnisse und Gefühle emanzipatorisch oder entspringt er einem veralteten Anspruch fraulicher Fürsorge? Was heißt es eigentlich eine Lobby zu sein? Oder ein Pool? Eine Schwester oder eine Mutter?
Und da wird dann klar, hinter jedem Frühstücksbuffet, hinter jedem Pärchenausflug und hinter jeder noch so banalen Situation steckt das Potential einer Bewegung: „man trifft sich, sieht sich, verändert einander und geht."