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LET THEM EAT IPHIGENIE

nach Euripides Iphigenie in Aulis

Natalie Baudy und David Moser

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Als die 15jährige Iphigenie, dem Brief ihres Vaters Agamemnons folgend, in der Küstenstadt Aulis ankommt, bietet sich ihr ein furchtbarer Anblick: Die Felder verdorrt, das Meer eine stinkende Brühe, das vormals ruhmreiche Heer ein Haufen müder Krieger:innen.
On top kommt der perfide Plan von Vater und Onkel: Iphigenie, Role Model ihrer Generation, soll zur Besänftigung der Göttin Artemis geopfert werden. Nur warum? Damit alles so bleibt wie immer? Damit Vater und Onkel weiter in sinnlosen Kriegen kämpfen? Zwischen kriegstreibendem Patriarchat, Social Media Pressure und eines erhitzen Planeten hin- und her geworfen, begreift Iphigenie, dass ihr ihr Bild und wofür sie stehen wollte, längst aus der Hand genommen wurde. Während die Herrscherfamilie in Streitigkeiten versinkt und das Volk den Anfang vom Ende des als unendlich versprochenen Wirtschaftswachstums zu spüren bekommt, beschließt Iphigenie sich aus freien Stücken zu opfern.

LET THEM EAT IHIGENIE fragt zweierlei: Ob die Menschheit immer noch Held:innen braucht, wenn sie vor allem eine Funktion haben: nämlich die patriarchale und kapitalistische Gesellschaft zu sichern. Und ob wir selbst zu Iphigenie werden sollten?
Vier junge Bot:innen im Gefolge der Iphigenie spielen in dieser Überschreibung alle Rollen und fragen nach der Verantwortung einer jüngeren Generation für die ignoranten Taten ihrer Eltern.

UA: 17.12.2022, Junges Stadttheater Ingolstadt, Regie: David Moser